Interkulturelles Fachgremium für Bildung und Integration Deutschlands  (IFD)

Was ist das IFD?

Das IFD / auch: IBID ist ein Fachgremium, das sich aus Fachkräften mit Migrationshintergrund und vielfältigen fachlichen Richtungen zusammensetzt. Langjährige Erfahrung in beruflichen und auch ehrenamtlichen Umfeldern rund um die Themen Bildung und Migration verbinden das Gremium ebenso wie die Migrationserfahrung in der deutschen Einwanderungsgesellschaft, eine geteilte Perspektive auf Bildungs- und Berufsintegration und ein gemeinsames Interesse an der Entwicklung von mehr gleichberechtigter Partizipation von Fachkräften mit Migrationshintergrund im deutschen und zunehmend europäischen und internationalen Kontext.

Das schlechte Abschneiden von Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf dem deutschen Bildungssystem wird gegenwärtig von vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als alarmierend beschrieben. Der kritische Blick auf das deutsche Bildungssystem durch PISA zeigt, dass die selektierende Wirkung des deutschen Bildungssystems sehr negative Konsequenzen für Menschen mit Migrationshintergrund hat. In kaum einem anderen Einwanderungsland lässt sich ein so starker Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und negativen Schullaufbahnen nachweisen wie in Deutschland.

Die Gesellschaft in Deutschland wird immer interkultureller. Die Wirtschaft hat bereits die Vorteile der „Diversity“ für sich entdeckt und nutzt bereits vorhandene Kompetenzen.
Die demographischen Analysen zeigen, dass insbesondere die Zahl der Jugendlichen mit Migrationshintergrund stetig zunimmt. Vor diesem Hintergrund bieten Migrantinnen und Migranten ein großes Potenzial für den Standort Deutschland, das den absehbaren Fachkräftemangel in naher Zukunft ausgleichen ließe. Die interkulturelle Öffnung aller Strukturen ist damit eine der wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft.

Integration erfolgt überwiegend über Bildung und Beschäftigung. Die jungen Menschen mit Migrationshintergrund sind zwar Hoffnungsträger der Zukunft, sie wachsen jedoch derzeit und auch noch in absehbarer Zukunft in benachteiligten Stadtteilen von Ballungszentren auf und besuchen Schulen, die zu einem überwiegenden Anteil Jugendliche mit Migrationshintergrund ausbilden. Eine Studie charakterisiert die zukünftige Situation in den Großstädten mit den drei A: die Armen, Alten und Ausländer/innen werden den Großteil der Population ausmachen.

Migrantinnen und Migranten werden heutzutage mit vielen Hemmnissen konfrontiert, die eine gleichberechtigte Teilhabe behindern. Die Beteiligung von Fachkräften mit Migrationshintergrund auf Planungs- und Entscheidungsebenen für die Bereiche Integration und Bildung findet bisher nur unzureichend statt. Dies, obwohl zahlreiche Migrantinnen und Migranten die notwendigen beruflichen  Qualifikationen dazu aufweisen.

 

Zielgruppe:

  • Entscheidungsträger in den Bereichen Bildung, Migrations- und Integrationsarbeit - auch und vor allem auf politischer Ebene
  • Arbeitgeber und Personalverantwortliche im öffentlichen Dienst
  • Vereine, Verbände
  • Unternehmen
  • Bundes- sowie Landesregierungen
  • Integrationsbeauftragte
  • Stiftungen
  • strategische Politikberatungs-Stiftungen
  • bundesweite Interessenverbände
  • Gewerkschaften und Kammern.

Ziele:

  • Anerkennung von Migrantinnen und Migranten als gleichberechtigte Partner in der Gesellschaft
  • Eine gleichberechtigte Beteiligung von Fachkräften mit Migrationshintergrund an allen gesellschaftlichen Integrationsanstrengungen
  • Ein Diskurs der Anerkennung und eine positive Wahrnehmung von Migrantinnen und Migranten soll in Gang gesetzt und gefördert werden.
  • Migrantinnen und Migranten sollen zu allen gesellschaftlichen Ressourcen gleichberechtigt Zugang erhalten; insbesondere die Gleichberechtigung im Zugang zur Bildung und Beschäftigung soll gefördert werden
  • Einbezug und die Erhöhung des Anteils von Fachkräften mit Migrationshintergrund in Entscheidungsgremien und bundesweiter Projekt- und Maßnahmenplanung
  • Sensibilisierung von Entscheidungsträgern zum Thema Migration

Aktivitäten und Angebote des Gremiums:

  • Erstellung von Handlungsempfehlungen zu strukturellen Veränderungen und Partizipation von Migrantinnen und Migranten
  • Erstellung neuer Beratungskonzepte für den schulischen, beruflichen, arbeitsmarktpolitischen und sozialen Bereich
  • Entwicklung von Modellprojekten und von Evaluationskriterien
  • Vermittlung kompetenter Ansprechpartner/innen und Gutachter/innen
  • Öffentlichkeitsarbeit

Grundsätze in der Integrationsarbeit:

  • differenzierte Darstellung der Zielgruppen und Projektziele
  • keine Generalisierung von Vorannahmen über Migrant/innengruppen
  • Migrantinnen und Migranten als handelnde Subjekte in die Projektplanung und –konzeption aufnehmen
  • Perspektive der Integrationsfähigkeit von Migrantinnen und Migranten durch Kompetenzansatz stärken
  • Interkulturelle Fachkräfte mit Migrationshintergrund in Leitungsaufgaben verhelfen
  • Miteinbezug zivilgesellschaftlicher Organisationen von Migrantinnen und Migranten
  • Evaluation von unabhängigen Gremien unter Miteinbezug der Zielgruppe
  • Vielfalt von Perspektiven auf Bildung und Beschäftigung ohne kulturelle Zuweisungen ermöglichen
  • Miteinbezug von Fachkräften mit Migrationshintergrund in Entscheidungsgremien bei der Vergabe von bundesweiten Projekten und Projektvergabe an interkulturelle Träger
  • Förderung der Handlungsfähigkeit und Selbstorganisation von Migrantinnen und Migranten
  • Berücksichtigung von Genderperspektiven ohne kulturelle Zuschreibungen
  • Berücksichtigung globaler Debatten und transnationaler Entwicklungen im Bereich Bildung und Erziehung, Migration nicht als Sonderfall abhandeln.


Wie arbeitet das Gremium?

Das Gremium kommt regelmäßig zusammen, um über aktuelle Themen in den Bereichen Bildung, Migration und Integration zu beraten. Es versteht sich als kritischer Beobachter der Umsetzung von politischen Diskursen und Maßnahmen im Integrationsprozess. Es wird eine wissenschaftlich informierte Debatte führen und schließlich über aktuelle Entwicklungen berichten und öffentlich wirksam Einfluss nehmen.

Das Gremium bezieht Stellung zu aktuellen Themen und versteht sich selbst als Stimme des Diskurses der Anerkennung.

Es wird die interkulturelle Öffnung aller Bereiche der Einwanderungsgesellschaft fördern und fordern.

Das Gremium wird innovative Ideen und Good-Practice Projekte analysieren und Kriterien für die Evaluation von Migrationsprojekten entwickeln.

Es wird gezielt über weiterhin bestehende Hemmnisse und diskriminierende Praxen berichten.

Es wird sich für die Berücksichtigung von Fachkräften mit Migrationshintergrund in Entscheidungs- und Planungspositionen  einsetzen

Unterstützer und Begleiter:

Das Gremium wird unterstützt und begleitet von erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Politikern, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Außerdem unterstützen folgende Institutionen die Arbeit des Gremiums: Bundesweiter Ausländerbeirat, Ministerium, Arbeitsgemeinschaft für Bildung und Integration (AGBI) etc.